Komplexe Regionale Schmerzsyndrome
Morbus Sudeck / Kausalgie

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS, Algodystrophie, Morbus Sudeck) ist eine Erkrankung, welche nach einer Extremitätenverletzung, z.B. einem Armbruch entstehen kann, und mit starken Schmerzen einhergeht, welche länger als die üblichen Verletzungsschmerzen anhalten. Zusätzlich bestehen Sensibilitätsstörungen, eine Kraftminderung, Bewegungseinschränkung sowie eine Schwellung, Überwärmung oder Verfärbung des betroffenen Armes oder Beines. Ursächlich sind nach neuen wissenschaftlichen Untersuchungen lokale Entzündungsreaktionen sowie eine Schädigung und Sensibilisierung kleiner oder größerer Nervenbahnen.
Die Gefahr der Erkrankung besteht in der Entwicklung eines chronischen Schmerzsyndroms mit psychischer und sozialer Beeinträchtigung sowie einer eingeschränkten Gebrauchsfähigkeit der betroffenen Extremität im Alltag.

Es ist wichtig, frühzeitig nachdem ein CRPS diagnostiziert wurde, eine intensive Behandlung einzuleiten. Je länger die Erkrankung und die Schmerzen bestehen, desto schlechter sind die therapeutischen Möglichkeiten.

Mitarbeiter der Rommel-Klinik haben in den letzten Jahren an vielen wissenschaftlichen Arbeiten maßgeblich mitgearbeitet, welche deutschsprachig und international veröffentlicht wurden.

In der Rommel-Klinik wurde ein interdiszipinäres Behandlungskonzept in enger Zusammenarbeit zwischen den Fachärzten für Neurologie, Schmerztherapie, Orthopädie, Physiotherapeuten und Psychologen umgesetzt, welches die modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse  einbezieht.
•
Dabei steht zunächst die diagnostische Abklärung mit ausführlicher Anamnese und neurologischer sowie orthopädischer Untersuchung sowie apparativer Diagnostik (Röntgen, ggf. Szintigraphie, MRT, Nervenleitungsmessungen etc.) im Vordergrund.

Begleitende psychische oder soziale Belastungen werden in psychologischen Einzelgesprächen sowie mit verschiedenen Fragebögen erfasst.

 

 

Das Therapiekonzept beim komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS)

  • 1-2x täglich physiotherapeutische Einzelbehandlung mit u.a. Lymphdrainage, vorsichtiger manueller Therapie, Ergotherapie, Spiegeltherapie
  • Physikalische Therapie (CO2-Bäder, Quarkwickel etc.), sowie spezieller Lagerung
  • Infiltrationen (z.B. Ganglion stellatum-Blockaden, GLOA)
  • Psychologischer Begleitung einschließlich Entspannungsverfahren (PME)
  • Medikamentöse Behandlung (z.B. Cortisonstoß)

Priv.-Doz. Dr. med. Oliver Rommel
Chefarzt Neurologie