Das Schlingengerät

In den 40-iger Jahren entwickelte Guthrie Smith das Schlingengerät zur Behandlung der Auswirkungen einer Poliomyelitiswelle in England.

Die Vorzüge dieses Gerätes, das keinesfalls nur bei Kinderlähmung zu nutzen war, ließen es bald zu einem festen Bestandteil der Bad Wildbader Physiotherapie werden. Im Lauf der Zeit hat die Behandlung im Schlingentisch eine deutliche Wandlung und Erweiterung erfahren. Auch in der Rommel-Klinik wurde an der Einsetzbarkeit des Gerätes zur Behandlung der Wirbelsäule und der großen Gelenke gearbeitet. Diese Fortentwicklung ist auch Inhalt unserer Fortbildung zum Schlingengerät.

Das Schlingengerät in der Wirbelsäulenbehandlung

Das Schlingengerät bietet über eine dreidimensionale Einstellung der Wirbelsäule in Form der Teilkörper- oder Ganzkörperaufhängung eine ideale Lagerungsmöglichkeit für Lumbalgie- und Ischialgiepatienten. Das Gewicht des Körpers wird abgenommen, der Druck oder die Spannung von den schmerzenden Strukturen reduziert und darüber eine Schmerzlinderung in der Aufhängung erzielt. Dies Linderung der Beschwerden hält auch nach der Aufhängung an und wird durch weitere physiotherapeutische Maßnahmen stabilisiert. Hier ist die gute Kombinationsfähigkeit des Gerätes mit anderen krankengymnastischen Techniken, wie z. B. "Stemmführung nach Brunkow", "PNF", "Manuelle Therapie" etc. eine große Hilfe um den Behandlungserfolg zu festigen und bietet im Übergang zur Stabilisation der Wirbelsäule im schmerzfreien Raum immer wieder die Rückzugsmöglichkeit zu entlastenden Techniken.

Das Schlingengerät in der Behandlung der großen Gelenke

Auch hier wird über die Abnahme der Haltearbeit und des Körpergewichtes eine Schmerzfreiheit als Voraussetzung für die weitere Behandlung geschaffen. Ob bei der schmerzenden Schulter oder der Hüft- und Kniearthrose, der Patient wird in die Lage versetzt eine gezielte Mobilisation oder Stabilisation des betroffenen Gelenkes zu tolerieren und aktiv mit zu gestalten. Ebenfalls bietet sich die Kombination mit anderen Techniken und Konzepten der Physiotherapie an.

Wichtig erscheint uns, dass das Schlingengerät in der Einzelbehandlung zur passiven sowie zur aktiven Therapie genutzt wird. So weiß der in der Rommel-Klinik ausgebildete Therapeut nicht nur die große Variabilität der Aufhängemöglichkeiten zu nutzen. Vielmehr wird er sämtliche krankengymnatischen Behandlungsmöglichkeiten in Abhängigkeit vom Befund des Patienten und nach Absprache mit dem behandelnden Arzt in die Schlingengerätbehandlung integrieren.

Das Schlingengerät als Möglichkeit zur Eigenübung

Neben den bereits beschriebenen Vorzügen besteht auch die Möglichkeit, das Schlingengerät für Eigenübungen der Patienten zu nutzen. Entlastungsbehandlungen wie die Pendelübungen für Hüft- und Kniegelenke stehen im Kontrast zu Kräftigungsübungen mittels Expander. Der Behandler übernimmt die Ausrüstung und Einstellung des Gerätes, in dem der Patient dann nach Vorgabe des Therapeuten seine Übungen durchführt. Diese Eigenübungen erlauben eine Erweiterung des therapeutischen Konzeptes über die Einzeltherapie hinaus.

Weitere Informationen

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